Frauenhandball: Oberligist TV Verl gewinnt Derby gegen den TSV Oerlinghausen 22:21.
Verl (kra). Als Leni Hermann mit einem feinen Wurf von Rechtsaußen die 22:21-Führung im spannenden Derby gegen den TSV Oerlinghausen erzielt hatte, mussten die Oberliga-Handballerinnen des TV Verl am Samstag noch fast zwei Minuten und vier Würfe ihrer starken Gäste überstehen, ehe sie sich freudestrahlend zum obligatorischen Siegerinnenfoto aufstellen durften. Der vom Innenblock der über 60 Minuten starken Abwehr oder Torhüterin Ece Gencer abgewehrte Ball war nämlich immer wieder den alles für ihren (verdienten) Punkt gebenden „Bergzicken“ in die Hände gefallen.
„Drei Spiele, drei Siege, darunter zwei gegen die Topteams Petershagen/Lahde und jetzt Oerlinghausen – in diesem Jahr läuft es wieder.“ Matthias Foede schaute aber nicht auf die Tabelle, die den TV Verl mit jetzt 18:10 Punkten als Tabellendritten vor dem Derbygegner (16:12) und hinter den Topteams Petershagen (20:6) sowie LIT II (24:4) ausweist, sondern auf die „katastrophale Trainingswoche“, als er mit seinen Damen über den prestigeträchtigen Erfolg jubelte.
„Wegen Krankheiten und Prüfungen hatte ich nämlich nicht ein einziges Mal 14 Spielerinnen in der Halle, obwohl wir das Training extra mit dem der A-Jugend zusammengelegt hatten“, erklärte der Trainer, warum er vor dem Anpfiff „ein ganz schlechtes Gefühl gehabt“ hätte.
Die zähe Anfangsphase bestätigte Foedes Bedenken. Weil im Angriff wenig zusammenlief, lag sein Team nach einer Viertelstunde mit 3:4 hinten und zur Pause mit 9:10. Immerhin stand die Abwehr von Anfang an sehr sicher, obwohl die Gäste in Anna Siebels (3 Treffer), Sophie Kunze (5) und vor allem Marie Hoschek (7) durchsetzungsstarke Handballerinnen stellten.
Auch wenn sich Ballverluste durch technische Fehler und schlechte Wurfentscheidungen wie ein roter Faden durch das von einer offensiven Deckung gegen die Halbrechte Ellen Poon wirkungsvoll gestörte Angriffsspiel der Gastgeberinnen zogen, übernahmen sie mit dem 12:11, 19:17 und 20:18 die Führung. „Weil wir immer dann gut ausgesehen haben, wenn wir Tempo gemacht haben“, erklärte Foede. Auf das Gaspedal trat vor allem Sina Pepping.
Auf das Konto der Aufbauspielerin gingen nicht nur drei so wichtige Treffer wie das 21:20 (56:44 Minuten) als es in dem spannenden, hart umkämpften, aber wohltuend fair geführten Derby so richtig eng wurde, sondern auch die meisten der wirkungsvollen Anspiele auf Kreisläuferin Mira Dargel (7 Tore) und Rechtsaußen Leni Hermann (4). „Wenn du gegen so einen Gegner nur 21 Tore kriegst, musst du aber auch gewinnen“, fand Foede.
TV Verl: Gencer/Salin – Hermann (4), Dargel (7), Voss, Mensendiek (2), Mersch, Foede, Hölz, Landwehr, Korek (2), Brüntrup (1), Stuckstätte, Poon (3/1), Pepping (3).


