Von Stefan Herzog
Steinhagen (gl). Sieben Spiele, sieben Niederlagen. Am Samstag verlor der TV Verl, logischerweise Schlusslicht der Handball-Oberliga, auch das Kreisderby bei der SpVg Steinhagen. Die zu Serienstart ebenfalls als Abstiegskandidat gehandelten „Nordkreisler" haben nun sechs Pluspunkte, die Verler dagegen am Mittwoch das Nachholspiel in eigener Halle gegen 14:0-Spitzenreiter TSG Altenhagen Il vor der Brust, bevor es am übernächsten Wochenende gegen den Vorletzten Brake um einen der immer kürzer aus dem Abstiegssumpf ragenden Strohhalme geht.
In der Voreinschätzung der Partie gegen seinen ehemaligen Verein hatte TVV-Trainer Torben Gottsleben Recht behalten: Es wurden hart umkämpfte 60 Minuten, mit vielen Zweikämpfen, wenig spielerischen Glanzlichtern, vielen Fehlern, wenig Brillanz - Stumpfes Schwert statt scharfer Klinge.
Wenn es am Ende Unentschieden gestanden hätte, wäre das aus Verler Sicht wohl genauso verdient gewesen, wie die Gastgeber sich stattdessen über einen Sieg freuten. Denn der Abwehr des Teams von Joachim Vogel gelang es oft, die Verler durch drohendes Zeitspiel zum Abschluss zu zwingen.
Vorne setzte Mittelmann Tim Ansorge als bester Mann auf dem Feld seine Mitspieler immer wieder gut in Szene und war selbst viermal erfolgreich.
Positiv auf Verler Seite: Die Moral. Denn bei ständig wechselnden Spielständen zwischen Zwei-Tore-Führung und -Rückstand gaben sich die Gäste nie auf. So auch nach der 12:10-Pausenführung (der ersten in dieser Saison), die keine drei Minuten nach Wiederanpfiff beim 13:12 wieder dahin war. Folgerichtig spitzte sich die Partie auf eine dramatische Schlussphase zu.
Thilo Vogler verkürzte 80 Sekunden vor dem Ende mit Hilfe des Innenpfostens auf 26:25, Verl kam wieder in Ballbesitz, Gottsleben nahm in Minute 59:13 die letzte Auszeit. Im gelungensten Verler Angriff des Spiels kam Moritz Herzog aus guter Position zum Wurf, doch der Ball klatschte satt an den Pfosten (59:24). Tatsächlich kamen die Verler nochmal an den Ball, doch der lange Pass von Linksaußen Lukas Hartkämper hinüber auf Marcel Erichlandwehr wurde abgetangen.
„Da mache ich überhaupt keinem einen Vorwurf", sagte Gottsleben. Vielmehr waren es in der Summe wieder mal die auch kleinen Fehler, die den Ausschlag gaben. Zudem fehlten am Samstag Lennart Voss (krank) und Pauls Vogt. Der stand auf dem Spielbericht, kam aber nach Infekt noch nicht für einen Einsatz in Frage.


