(NW 10.11.2025) Letztlich fehlt auch noch das Glück
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(NW 10.11.2025) Letztlich fehlt auch noch das Glück

Handball: Oberliga-Schlusslicht TV Verl liefert der Spvg. Steinhagen einen spannenden Abstiegskampf und verliert 25:26, weil der letzte Wurf den Pfosten trifft. Dorow vor Rückkehr?

Steinhagen (kra). Das Handball-Oberliga-Spiel zwischen der Spvg. Steinhagen und dem TV Verl ist wie von Gästetrainer Torben Gottsleben angekündigt, „nicht schön, aber umkämpft“. 1:23 Minuten vor Schluss erzielt Thilo Vogler am Samstag den 25:26-Anschlusstreffer für den TV Verl, und als sich Steinhagens Jona Schröder im Gegenzug ein Stürmerfoul erlaubt, bietet sich dem Tabellenletzten die Ausgleichschance. Doch der sauber vorbereitete Sprungwurf von Moritz Herzog klatscht an den Pfosten.

Das war die letzte abgeschlossene Aktion in dem hektischen Abstiegskampf. Er mache dem Jungen keinen Vorwurf. „Denn Moritz hat doch alles richtig gemacht.“ Gottsleben trauerte viel mehr dem fehlenden Glück hinterher. Denn natürlich weiß der Coach des punktlosen Tabellenletzten, wie wohltuend schon ein Teilerfolg für seine verunsicherte Truppe gewesen wäre. Steinhagens Trainer Joachim Vogel („Für uns sind das unglaublich wichtige Punkte“) reklamierte derweil einen verdienten Sieg für sein nun schon auf 6:10 Punkte kommendes Team. „Denn schließlich haben wir fast immer geführt.“

Zwar legten die Verler in Steinhagen kämpferisch einen tadellosen Auftritt hin, so dass Gottsleben zu Recht feststellte: „Die Moral ist trotz nun schon sieben Niederlagen gut.“ Aber wie wichtig ein Erfolgserlebnis als Belohnung für den auch am Samstag betriebenen Aufwand gewesen wäre, daran hatte das von Unsicherheit, fehlendem Selbstbewusstsein und unnötigen Ballverlusten geprägte Verler Spiel keinen Zweifel zugelassen.

Bezeichnend war der Trubel nach Herzogs Pfostentreffer und einer Steinhagener Auszeit bei noch 28 Sekunden auf der Uhr. Die Gäste suchten ihre letzte Chance in einer Manndeckung. Tatsächlich konnte Thilo Vogler noch einen Pass der Gastgeber abfangen. Doch der Versuch, einen letzten Angriff aufzuziehen, endete mit einem weiteren Fehlpass.

Warum der TV Verl der Musik in der Oberliga so weit hinterherläuft, macht die Statistik deutlich. Für ihre 12:10-Halbzeitführung brauchten die Gäste 26 Angriffe. Für die 13 Treffer nach dem Wechsel 31. „Unser Thema sind weiter Ballverluste und Fehlwürfe“, räumte Gottsleben ein. „Denn nach der 17:15-Führung sind wir in Steinhagens zweiter Welle untergegangen.“

Um sich personell besser aufzustellen, wird versucht, Johannes Dorow zurückzuholen. Der vor der Saison zur TSG Harsewinkel gewechselte Kreisläufer löst seinen Vertrag beim Regionalligisten auf. TV Verl: Tigges/Gerlach – L. Hartkämper (1), Zawidzki (1), Fischedick, Leitner (3), Vogler (3), Altenau (3), Jogereit (8/6), Herzog (4), Erichlandwehr (2), Schlüter, Voßhans.