Von Stefan Herzog
Verl (gl). Mit dem 26:23 (15:12)-Sieg im letzten Heimspiel der Saison hat Handball-Oberligist TV Verl die vermutlich letzte Chance auf den Klassenerhalt beim Schopf gepackt. Gegen Mittelfeldteam TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck, das am Samstag die fünfte Niederlage in Folge klassierte, zog das TVV-Team mit nun 10:40-Zählern nach Pluspunkten mit dem Vorletzten RSV Altenbögge Bönen gleich.
Wenn das bis Saisonende so bliebe, hätten sich die Verler auf den letzten Drücker noch gerettet, weil sie den direkten Vergleich mit Altenbögge gewonnen haben und nur der Letzte absteigt. Doch weil das Spiel vor ordentlicher Kulisse von gut 200 Zuschauern und bei perfekter neuer Hallenbeleuchtung vorgezogen werden musste, weil die Halle am nächsten Wochenende (Westdeutsche Badmintonmeisterschaft) nicht zur Verfügung steht, hat der Konkurrent noch zwei Spiele, um sein Konto aufzubessern.
Der TV Verl spielt dagegen nur noch am 10. Mai bei TuRa Bergkamen.
„Warum nicht immer so? Dann wären wir jetzt nicht auf Schützenhilfe angewiesen", kommentierte Trainer Robert Voßhans, der nach Abpfiff gemeinsam mit vier Spielern verabschiedet wurde. Gefallen hatte dem nach sieben Jahren in verschiedenen Konstellationen auf der Bank sitzenden Voßhans dabei vor allem die Torwartleistung von Henri Tigges, der auch in der Crunchtime immer wieder entscheidende Bälle parierte und die disziplinierten Phasen zu Spielbeginn und Mitte der zweiten Halbzeit.
„Da war im Angriff viel Bewegung, sind wir gut ins Eins-gegen-Eins gekommen", so Voßhans. „Wir sind nun mal keine Mannschaft, die einen Gegner aus der zweiten Reihe kaputt schießt*, verbat der Trainer Voßhans die sogenannten Lustwürfe. „Und wenn sich ein Spieler einen solchen genommen hat, war der auch nicht drin." Ein größerer Faktor war am Samstag eine gut besetzte Bank. Der 14er-Kader ermöglichte Wechsel ohne Qualitätsverlust. So konnte das Tempo bis zum Ende hochgehalten werden. Auch die Einstellung stimmte. Denn als die Jöllenbecker beim 19:20 durch einen Treffer ins leere Tor in der 45. Minute erstmals vorne lagen, kippte die Partie nicht. In Unterzahl holte Marcel Erichlandwehr mit dem Treffer zum 22:21 die Führung zurück.
In den fünf Minuten nach Freddi Trapphoffs verwandeltem Siebenmeter zum 25:23 ging es torlos immer wieder hin und her, bis Thilo Vogler die Gastgeber mit dem 26:23 endgültig jubeln ließ.


